Der Fall in Kürze
Langjähriger Einsatz für das baukulturelle Erbe im und am HirschengrabenBegleitend zum Ausbau des Bahnhofs Bern werden seit 2020 im Bereich Laupenstrasse–Bubenbergplatz–Bahnhofplatz verschiedene Verkehrsmassnahmen geplant. Federführend dabei ist das Tiefbauamt der Stadt Bern. Viele der geplanten Projekte betreffen wichtige öffentliche Räume oder baukulturelle Perlen wie z. B. den Hirschengraben, eine intakte Parkanlage des 19. Jahrhunderts im Bereich der ehemaligen Stadtmauern.
Da die Planungen anfangs noch ausschliesslich auf die Bedürfnisse des Verkehrs ausgerichtet waren und jegliche übergeordneten städtebaulichen Überlegungen vermissen liessen, setzte sich der Heimatschutz vehement und öffentlichkeitswirksam für ein qualitätssicherndes Verfahren, für den Erhalt des kulturellen Erbes sowie gegen die Planung mit der reinen Verkehrsbrille ein. Nachdem wir den «Fall Hirschengraben» 2021 gemeinsam mit anderen Planungsverbänden im Rahmen einer Volksabstimmung öffentlich machen konnten, erreichten wir 2022, dass die ursprünglich mitten in der archäologischen Zone geplante, unterirdische Velostation aus dem Projekt gestrichen und stattdessen sinnvollerweise in den PostParc verlegt wurde. Zuletzt entschlossen sich die verantwortlichen Planerinnen und Planer schliesslich auch für den von uns von Anfang an geforderten Erhalt des Widmann-Brunnens im Süden des Parks sowie zum Erhalt einer grossen Zahl der historischen Kastanienbäume auf dem Platz. Ein Erfolg für den Heimatschutz und weitere verwandte Planungs- und Architekturverbände. Immer mehr setzt sich in der Stadt Bern die Erkenntnis durch, dass die wichtige städtebauliche Achse Hirschengraben–Bahnhof–Bollwerk als städtebauliche Einheit verstanden werden muss und jeder Eingriff in den öffentlichen Raum immer auch städtebauliche und soziale Auswirkungen hat – und dass sich die frühzeitige Auseinandersetzung mit baukulturellen und denkmalpflegerischen Anliegen am Ende für alle Beteiligten lohnt. |
Neuigkeiten zum Fall
11. Dezember 2025
Verzicht auf Beschwerde
Obwohl der Berner Heimatschutz nicht alle seine formalrechtlichen und materiellen Anliegen rund um die Gestaltung des neuen Bahnhofzugangs in der Parkanlage durchsetzen konnte, hat er sich dazu entschieden, keine Beschwerde gegen den Anfang November 2025 publizierten Entscheid des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zur Umgestaltung des Hirschengrabens zu erheben. Nach wie vor bezweifelt der Heimatschutz etwa die städtebauliche Notwendigkeit einer Personenunterführung unter dem Bubenbergplatz (vgl. den Artikel vom 18.11.2020, weiter unten).
Nicht zuletzt aufgrund des Widerstands des Heimatschutzes und weiterer Planungs- und Architekturverbände berücksichtigt das nun vorgelegte, mehrmals überarbeitete Projekt das baukulturelle Erbe im und um den Hirschengraben jedoch deutlich besser als ursprünglich vorgesehen. Auch zukünftig wird sich der Heimatschutz für die definitive Verschiebung des Bubenberg-Denkmals an seinen ursprünglichen Standort (auf dem Bubenbergplatz) sowie für die Aufhebung des Dienstgleises von BERNMOBIL durch den Hirschengraben einsetzen.
Eine Chance: Durch die heute bekannt gewordene Verschiebung des Eröffnungstermins des neuen RBS-Bahnhofs und der «Unterführung Mitte» der SBB auf das Jahr 2031 ergibt sich ein zusätzliches Zeitfenster von etwa zwei Jahren, dass dafür genutzt werden könnte, das Projekt in diesem Sinne zu überarbeiten. Nicht zuletzt auch, um den Forderungen des Berner Stadtrats nach einem autofreien Bahnhofperimeter besser gerecht zu werden.
Nicht zuletzt aufgrund des Widerstands des Heimatschutzes und weiterer Planungs- und Architekturverbände berücksichtigt das nun vorgelegte, mehrmals überarbeitete Projekt das baukulturelle Erbe im und um den Hirschengraben jedoch deutlich besser als ursprünglich vorgesehen. Auch zukünftig wird sich der Heimatschutz für die definitive Verschiebung des Bubenberg-Denkmals an seinen ursprünglichen Standort (auf dem Bubenbergplatz) sowie für die Aufhebung des Dienstgleises von BERNMOBIL durch den Hirschengraben einsetzen.
Eine Chance: Durch die heute bekannt gewordene Verschiebung des Eröffnungstermins des neuen RBS-Bahnhofs und der «Unterführung Mitte» der SBB auf das Jahr 2031 ergibt sich ein zusätzliches Zeitfenster von etwa zwei Jahren, dass dafür genutzt werden könnte, das Projekt in diesem Sinne zu überarbeiten. Nicht zuletzt auch, um den Forderungen des Berner Stadtrats nach einem autofreien Bahnhofperimeter besser gerecht zu werden.
29. September 2022
Erfolg am Hirschengraben: Stadt Bern verzichtet auf die unterirdische Velostation in der archäologischen ZoneDer Gemeinderat verzichtet auf den umstrittenen Bau der Velostation unter dem Hirschengraben und stellt die Planung ein. «Aus archäologischen und denkmalpflegerischen Gründen», genauer gesagt aufgrund eines Gutachtens der Eidgenössischen Denkmalpflegekommission (EKD), geht der Gemeinderat davon aus, dass das Projekt nicht bewilligungsfähig sein würde. Gemäss seiner Medienmitteilung von heute, sucht er nun nach anderen Lösungen und eröffnet kurzerhand eine zusätzliche Velostation in der Welle 7 – so, wie es der Heimatschutz von Anfang an forderte. Der vom Stadtrat gesprochene Kredit für die Velostation über Fr. 870'000.00 soll ebenfalls abgeschrieben werden.
Lesen Sie auch den entsprechenden Artikel im Anzeiger Region Bern.
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Abstimmung vom 7. März 2021
Herzlichen Dank für 42,33 % Nein-Stimmen!
Es gab viele Gründe für ein Nein am 7. März. Den für einen Baukredit in der Stadt Bern aussergewöhnlich hohen Nein-Anteil von 44,33 % verdanken wir Ihnen, liebe Mitglieder, liebe Baukultur-Interessierte! Trotz des knappen «Ja» zu einem Projekt, das Städtebau im Stile von 1970 betreibt, Fussgängerinnen und Velofahrer in den Untergrund verbannt, archäologisches Erbe gefährdet und gesunde Stadtbäume fällen will, kämpfen wir weiter für die Erhaltung des UNESCO-Weltkulturerbe-Perimeters. Die ungewohnt grosse Skepsis der Bevölkerung gegenüber einem städtischen Bauvorhaben ist uns Motivation genug!
20. Januar 2021
Die Social-Media-Kampagne – zum Teilen.
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Mehr auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/heimatschutzBE
oder auf Instagram: www.instagram.com/heimatschutz_bern |
25. Januar 2021
Kampagne «So nicht!» ist lanciertDas Komitee «Rettet den Hirschengraben» hat seine Kampagne für die städtische Volksabstimmung am 7. März 2021 lanciert. Das Komitee besteht neben verschiedenen Privatpersonen aus den Bereichen Architektur, Planung, Denkmalpflege, Verkehrswesen und Politik aus folgenden Institutionen:
Mehr dazu auf www.hirschengraben.be oder auf Facebook. |
15. Januar 2021
Retten wir den Hirschengraben!Mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» droht die Zerstörung des Hirschengrabens, der wichtigsten innerstädtischen Parkanlagen Berns aus dem 19. Jahrhundert. Die Alternative wäre, die heute etwas ungepflegte Parkanlage (mit bescheidenem Aufwand) instandzustellen, sodass sie auf Jahre hinaus wieder zum Verweilen einlädt, Schatten spendet und das Klima verbessert. Dies schreibt der ehemalige Denkmalpfleger Jürg Schweizer in der Baustelle-Kolumne im Bund.
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20. November 2020
Erfolg auf politischer Ebene: Stadtrat kritisiert Massnahmen am Hirschengraben
«Die Massnahmen am Hirschengraben erhitzen Gemüter im Stadtrat», schreibt die Berner Zeitung BZ. Am Donnerstag, 19. November debattierte der Stadtrat über die umstrittene Vorlage. Von links und rechts wird Kritik geäussert an den flankierenden Massnahmen zum Ausbau des Berner Bahnhofs. SVP und Grün-Alternative präsentierten eine Reihe von Rückweisungsanträgen, zum Teil sogar gemeinsam. Die Debatte wird im Dezember fortgesetzt.
19. November 2020
«Der Clinch um das neue Gesicht der Stadt»Die Berner Zeitung BZ schreibt: «Der Umbau des Bahnhofs zwingt die Stadt zu umstrittenen Massnahmen am Hirschengraben, die wie Salz in alten Wunden der Stadtpolitik wirken.» Lesen Sie hier den Artikel aus der Berner Zeitung BZ:
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18. November 2020
Heimatschutz lehnt Massnahmen beim Bahnhof Bern abFussgängerunterführungen entsprächen einem veralteten Verständnis von Raumplanung, findet der Berner Heimatschutz. Lesen Sie dazu den Artikel im «Bund» vom 18. November 2020.
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18. November 2020
Verkehrsplanung wie 1970: Verpasste Chance am BahnhofDas Tiefbauamt der Stadt Bern verpasst es, bei den Verkehrsmassnahmen rund um das Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» (ZBB), eine gesamtheitliche, städtebauliche Perspektive einzunehmen: Der Mehrwert einer Personenunterführung unter dem Bubenbergplatz ist fraglich, ihre städtebauliche Einbettung unreflektiert. Menschen werden unter der Laupenstrasse hindurchgeleitet, um dann mitten in der Parkanlage aufzutauchen; dort, wo es für sie nicht mehr weitergeht, wenn sie eine der Tramstationen am Hirschengraben erreichen wollen.
Dazu kommt: Baukulturelles Erbe wie etwa die archäologische Zone Murtentor-Laupenstrasse oder das Bubenberg-Denkmal werden nebensächlich behandelt, der Widmann-Brunnen soll abgebrochen werden. Die Parkanlage droht so alleine zugunsten des Verkehrs zerstört zu werden. Mit dem angedachten unterirdischen Velo-Parking sind auch die Fundamente der neuzeitlichen Stadt (Stadtmauer) akut gefährdet. Der Heimatschutz hinterfragt dieses kurzsichtige Vorgehen der Stadtplanungsbehörden. Lesen hier:
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17. November 2020
Innovative Lösungen gesuchtNeben der Stellungnahme des Heimatschutzes im Planungsverfahren erschien am 17. November 2020 im «Bund» ein inspirierender Gastkommentar des Architekten Árpád Boa, der im laufenden Projekt auch eine Chance sieht: Die Chance auf einen «Bahnhofvorplatz Bubenberg»: einen Ort zum Verweilen, zum Sich-Treffen, Sich-Verabschieden und Ankommen. Ein würdevolles, neues Gesicht für die Stadt Bern.
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5. April 2019
Stellungnahme zum Projekt «Zukunft Bahnhof Bern»: Planung ausschliesslich mit der VerkehrsbrilleBegleitend zum Ausbau des Bahnhofs Bern werden durch das Tiefbauamt im Bereich Laupenstrasse–Bubenbergplatz–Hirschengraben über den Bahnhofplatz und das Bollwerk bis zum Henkerbrünnli verschiedene Verkehrsmassnahmen geplant. Diese sollen bis 2025 umgesetzt werden. Die geplanten Projekte auf der erwähnten Achse umfassen einen grossen Teil des öffentlichen Raums im Zentrum der Stadt, doch wurde weder ein qualifiziertes Verfahren durchgeführt, noch die städtebauliche Achse als Einheit verstanden. Eine unumsichtige Planung – ausschliesslich auf die Bedürfnisse des Verkehrs ausgerichtet. Ein Rückfall in die 70er-Jahre. Lesen Sie dazu die offizielle Stellungnahme des Heimatschutzes.
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