Neues im Fall Hirschengraben
Wesentliche Verbesserungen am Hirschengraben – dank der Arbeit des Heimatschutzes
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Begleitend zu dessen Ausbau («Zukunft Bahnhof Bern») werden rund um den Bahnhof Bern seit 2020 verschiedene Verkehrsmassnahmen geplant. Viele von ihnen betreffen wichtige öffentliche Räume im Zentrum der Stadt oder gar baukulturelle Perlen wie z. B. den Hirschengraben, eine intakte Parkanlage des 19. Jahrhunderts im Bereich der ehemaligen Stadtmauern.
Da die Planungen anfangs noch ausschliesslich auf die Bedürfnisse des Verkehrs ausgerichtet waren und jegliche übergeordneten städtebaulichen Überlegungen vermissen liessen, setzte sich der Heimatschutz vehement für den Erhalt und die Berücksichtigung kulturellen Erbes sowie gegen die Planung mit der reinen Verkehrsbrille ein. Und das mit Erfolg! Aufgrund der konstruktiven Inputs des Heimatschutzes sieht das im November 2025 vorgelegte, mehrmals überarbeitete Projekt zahlreiche Verbesserungen am Hirschengraben als Teil der UNESCO–Weltkulturerbestätte der Berner Altstadt vor. Dementsprechend verzichtet der Berner Heimatschutz auch auf eine Beschwerde. Der Sanierung des zu einer städtebaulichen Restfläche verkommenen Stadtplatzes steht seitens des Heimatschutzes nun nichts mehr im Weg. |
Erfolg auf der ganzen Linie: Dank der Arbeit des Heimatschutzes bleibt der Hirschengraben ein qualitätvoller öffentlicher Raum in der Berner Innenstadt
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Begleitend zum Ausbau des Bahnhofs Bern werden seit 2020 im Bereich Laupenstrasse–Bubenbergplatz–Hirschengraben über den Bahnhofplatz bis zum Henkerbrünnli verschiedene Verkehrsmassnahmen geplant. Federführend dabei ist das Tiefbauamt der Stadt Bern. Viele der geplanten Projekte betreffen wichtige öffentliche Räume im Zentrum der Stadt oder gar baukulturelle Perlen wie z. B. den Hirschengraben, eine intakte Parkanlage des 19. Jahrhunderts im Bereich der ehemaligen Stadtmauern.
Da die Planungen anfangs noch ausschliesslich auf die Bedürfnisse des Verkehrs ausgerichtet waren und jegliche übergeordneten, städtebaulichen Ideen vermissen liessen, setzte sich der Heimatschutz vehement und öffentlich für ein qualitätssicherndes Verfahren, für den Erhalt und die Berücksichtigung kulturellen Erbes sowie gegen die Planung mit der reinen Verkehrsbrille ein. Und das mit Erfolg! Nachdem wir den «Fall Hirschengraben» 2021 gemeinsam mit anderen Planungsverbänden im Rahmen einer Volksabstimmung öffentlich machen konnten, erreichten wir 2022, dass die ursprünglich mitten in der archäologischen Zone geplante, unterirdische Velostation aus dem Projekt gestrichen und stattdessen sinnvollerweise in den PostParc verlegt wurde. Zuletzt entschlossen sich die Verantwortlichen sogar für den von uns von Anfang an geforderten Erhalt des Widmann-Brunnens im Süden des Parks sowie zum Erhalt einer grossen Zahl der historischen Kastanienbäume auf dem Platz. Ein Gewinn für den öffentlichen Raum Berns, die Ökologie, das Kulturerbe und für eine lebendige Innenstadt! Dank dem Engagement des Heimatschutzes konnte ein planerischer Rückfall in die 1970er-Jahre verhindert werden, in eine Zeit, in der der Langsamverkehr als störend empfunden und grösstenteils unter die Erde verbannt wurde. Der Hirschengraben zeigt: Immer mehr setzt sich auch bei der Stadt Bern die Erkenntnis durch, dass diese so wichtige städtebauliche Achse als planerische Einheit verstanden muss und jeder Eingriff in den öffentlichen Raum immer auch baukulturelle und soziale Auswirkungen hat – und dass sich eine konstruktive Zusammenarbeit mit Planungsverbänden wie dem Heimatschutz am Ende für alle Beteiligten lohnt. |
Neuigkeiten
Meienegg: Einsprache gegen Überbauungsordnung eingereicht
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Im Oktober 2024 hat das Berner Stadtplanungsamt die Unterlagen zur Überbauungsordnung Meienegg öffentlich aufgelegt. Mit Ausnahme zweier Blocks im Nordwesten der Siedlung sollen sämtliche Mehrfamilienhäuser der Siedlung durch neue, vier- bis sechsgeschossige Wohnblocks mit deutlich teureren Mittelstands-Familienwohnungen ersetzt werden. 272 günstige Wohnungen für sozial schwächer gestellte Menschen, Singles und Alleinerziehende, Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner gingen unwiederbringlich verloren. Mehr Wohnraum für weniger Menschen – Verdrängen statt Verdichten, und dabei Unmengen grauer Energie vernichten. Gegen die vorgelegte Überbauungsordnung hat der Heimatschutz Einsprache erhoben.
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Aktuelle Fälle
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Meienegg
Meienegg: National bedeutende Siedlung vom Abbruch bedrohtDie Stadt Bern und die FAMBAU Genossenschaft planen gemeinsam, Berns älteste genossenschaftliche Mehrfamilienhaussiedlung abzubrechen. Unter dem Deckmantel der Verdichtung sollen mehr als 270 günstige, aber einwandfreie Kleinwohnungen durch neue, teurere Mittelstands-Familienwohnungen ersetzt werden. Mehr Wohnraum für weniger Menschen – Verdrängen statt Verdichten, und dabei nicht nur ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, sondern auch Unmengen grauer Energie vernichten. Dagegen wehrt sich der Heimatschutz.
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Tscharnergut
Das «Tscharni»-Scheibenhaus Fellerstrasse 30 vorläufig gerettetDie Bau- und Verkehrsdirektion hat die Einsprache des Berner Heimatschutzes gegen die Abbruchbewilligung eines Scheibenhauses im Tscharnergut gutgeheissen. Eine Sanierung sei für die Eigentümerschaft zumutbar. Damit bleibt das schützenswerte Scheibenhaus vorerst erhalten.
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Hirschengraben
Stadt verzichtet auf unterirdische Velostation mitten in archäologischer ZoneDer Gemeinderat verzichtet auf den umstrittenen Bau der Velostation unter dem Hirschengraben. «Aus archäologischen und denkmalpflegerischen Gründen» geht der Gemeinderat davon aus, dass das Projekt nicht bewilligungsfähig sein würde und eröffnet nun kurzerhand eine zusätzliche Velostation in der Welle 7 – so, wie es der Heimatschutz von Anfang an forderte.
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